Mariazell Heiligenbrunn

Brunnkirche. Über der besuchten Heilquelle wurde 1711 – 1715 eine Kapelle errichtet.

Legende:

der Kultgegenstand erhört alle jene, die in der Hauptkirche unerhört geblieben sind.


Hintergrundinformation aus volkskundlicher Sicht:

HEILIGENBRUNN

Wenige Minuten von der Gnadenbasilika entfernt liegt in nordöstlicher Richtung eine kleine Wallfahrtsstätte, die wohl von den meisten Wallfahrern aufgesucht wird, die Kapelle zum Heiligenbrunn. Die Bezeichnung Maria Brunn stammt schon aus der Zeit, bevor die jetzige Kapelle gebaut wurde. Es entspringt hier eine Quelle, der man schon von altersher Heilkraft im Namen der Gottesmutter zuschrieb. Es sind verschiedene solche Gebetserhörungen unter bestimmten Namen und Angaben bekannt. Dies rechtfertigte es wohl, dass Abt Anton im Jahre 1711 den Grundstein zu einer größeren Kapelle legte die sich heute noch unsere Augen darbietet. Die erste heilige Messe in der Kapelle konnte der Abt allerdings erst im Jahre 1715, vermutlich zugleich mit der Einweihung des Heiligtums, feiern.

Das Heilwasser fließt zu beiden Seiten des Altars aus je einer von Engeln gehaltenen Kanne in je ein Marmorbecken. Die Pilger waschen sich damit meist die Augen, aber auch andere kranke Körperteile und nehmen es auch in Fläschchen ähnlich wie das Lourdeswasser mit nach Hause. Auf dem Altar steht eine Holzstatue, die Maria mit dem Kind nach Art der Mariazellerstatue sitzend darstellt. Sie stammt bereits aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Rechts und links davon stehen die viel jüngeren Statuen der hl. Joachim und Anna, der Eltern der Gottesmutter. Über dem Altar halten zwei Engel einen holzgeschnittenen Rahmen mit dem Hinweis, dass hier der „Brunnen lebendigen Wassers“ sei und dass die Kapelle 1711 errichtet und 1883 renoviert worden ist.

Die Gemälde an der Decke nehmen Bezug auf das heilsame Waser, über dem „der Geist Gottes“ schwebt (Mitte). Über dem Altar ist Jesus am Jakobsbrunnen dargestellt, den die Samariterin bittet: „Herr, gibt mir dieses Wasser“. Auf der rechten Seite zeigt das Bild, wie Moses aus dem Felsen Wasser schlägt unter der Verheißung Gottes: „Es wird aus ihm Waser herausfließen, damit das Volk trinke“. Über dem Eingange erblicken wir, wie sich Naaman, König von Syrien, im Jordan badet, wozu ihn der Prophet Elisäus aufforderte: „Wasche dich, so wirst du rein werden“. Das vierte Bild zeigt die Heilung des Blindgeborenen, den Jesus anweist: „Geh hin, und wasche dich im Teiche Siloe“.

Von der Hl. Brunn-Kapelle kann man zum Kalvarienberg emporsteigen, zu dem man auch von der anderen Seite unmittelbar vom Markt aus gelangen kann. Abgesehen vom religiösen Zweck dieser Kreuzigungsgruppe, der Betrachtung des Leidens und Sterbens unseres Herrn und Heilands, bietet der in der Höhe gelegene Punkt einen schönen Rundblick über Mariazell und die südliche Berglandschaft bis zum Hochschwab.

Gotische Marienstatue aus dem 15. Jahrhundert, sitzend, auf dem Schoß stehend das Kind mit Apfel.
Wallfahrtsmotiv: Heilquelle, 1619 wurde J. Götzer von einem Fußleiden durch die Quelle befreit. Fortwährend fanden Heilungen durch die Quelle statt. Das Wasser wird mitgenommen. Besonders Augenwaschungen. Das Wasser fließt aus zwei von Engeln gehaltenen Krügen.

Kunsthistorische Beschreibung:

Heiligenbrunn-Kapelle, 1711 erbaut, 1715 geweiht, 1970 – 1971 restauriert. Rechteckbau mit Walmdach; Portal mit Dreieckgiebel, Tür mit Zugring. – 2jochig, mit Spiegeldecke, umlaufendes Gesims auf flachen Pilastern. Decke zur Gänze freskiert; in der Mitte Hl. Geist über Wasser schwebend, in den Feldern Jesus mit der Samariterin am Brunnen, Moses schlägt Wasser aus dem Felsen, König Naaman badet im Jordan, Heilung des Blindgeborenen am Teich Siloe. Altar 1711 datiert, 1883 und 1970 restauriert, Mittelnische mit spätgotischer Sitzfigur Maria mit Kind, 3 V. 15 Jahrhundert. Seitlich vor gemalten Nischen, Statuen Hll. Joachim und Anna. Neben dem Altartisch 2 Marmorbecken, in die aus von Engeln gehaltenen Kannen das Quellwasser fließt. Hängeleuchter aus Glas, 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

 

 

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